2006 - Fluidhand 9

Die Fluidhand 9 verfügt über 5 Antriebe unterschiedlicher Größe. Die Grundgelenke von Zeigefinger und Mittelfinger sind mit stärkeren Antrieben versehen. Der elastische Flüssigkeitstank befindet sich im Handgelenk. Beim Entleeren der Finger werden diese gestreckt, die Flüssigkeit wird von den Fingergelenken in den elastischen Tank im Handgelenk gepumpt, wodurch das Handgelenk abgewinkelt wird und die Hand weiter öffnet. Die Pumpe ist geräuschisoliert in einem CFK Tank frei schwingend gelagert, Ventile und Steuerung befinden sich in der Mittelhand, die vollständig mit CFK verkleidet ist. Der Daumen mit einem Antrieb in der Basis schwenkt zwischen flacher Hand und Oppositionsstellung zum Dreipunktgriff.

Aus Gründen der Optimierung von Geschwindigkeit und Tankgröße, wurden auf separate Antriebe für den Ring- und Kleinfinger verzichtet, diese beiden Langfinger werden jedoch aktiv bewegt durch die Koppelung mit dem Grundgelenk des Mittelfingers. Das Steuerungsventil für den Daumenantrieb befindet sich im distalen Daumenglied. Das Handgelenk mit einem 4poligen Koaxialeinsatz ist kompatibel zu allen Schaftsystemen, die Steuerung erfolgt über zwei EMG-Sensoren, wobei zwischen mehreren Griffarten durch kurze Umschaltsignale gewechselt werden kann.  Auch diese vorerst letzte Version der Fluidhand verfügt über eine Bluetooth-Schnittstelle für mobile Endgeräte sowie über einen vibrotaktilen Tastsinn. Die Fluidhand 8 ist die vorerst letzte Weiterentwicklung der multiartikulierenden Hydraulikhand auf der Basis flexibler Fluidaktoren. Ziel dieser Handversion war es, ein serienreifes Vor-Produkt für eine kommerziell am Passteilmarkt verfügbare Handprothese bereitzustellen und potentielle Interessenten für eine Vermarktung von der Entwicklung zu überzeugen. Die bereist alltagstauglich bionische Handprothese wurde in einer kleinen Serie hergestellt und erprobt. Sie ist damit die erste bionische multiartikulierende Handprothese und zugleich die erste hydraulische Handprothese.